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Übersicht
Instrumente:
- Akkordeon:
Beim Akkordeon spielt die rechte Hand normalerweise die Tastatur
mit den fünf Fingern der rechten Hand, die Knöpfe auf
der anderen Seite mit drei Fingern der linken Hand. Der linke
Arm ist außerdem für das Ziehen und Schieben des Blaseblags
zuständig. Umgekehrtes Anschnallen und Spielen eines solchen
normalen Akkordeons ist möglich (evtl. mit Veränderung
des Haltepunkts für den Gurt), so dass sich links die Klaviatur,
auf der meist der virtuosere Part gespielt wird, befindet, und
rechts die Akkord-Tasten. Ein Linkshänder sollte von seinem
Körpergefühl her entscheiden können, wie er sein
Akkordeon spielt.
- Blechblasinstrumente:
Diese scheinen Linkshändern keine besonderen Probleme zu
bereiten, zumal für die Tonbildung weniger die Hände,
als vielmehr der Ansatz, also Atemdruck und Lippenspannung,
zuständig sind. Bei normaler Spielweise ist bei den meisten
Blechblasinstrumenten die rechte Hand die Spielhand, die linke
Hand die Haltehand.
Was Trompete, Posaune und z.B. Tenorhorn betrifft, so lassen sich
diese aber je nach Bauweise auch mit relativ geringem
Umbau-Aufwand mit der linken Hand spielen.
Informationen
dazu erhalten Sie bei Peter Pfaff, Leiter der Musikschule
im Zweckverband kommunale Bildung (Sitz in Grafing/Ebersberg)
und Leiter der Eichhofner Dorfmusik.
Das Waldhorn
nimmt eine Sonderstellung unter den Blechblasinstrumenten ein:
Es wird grundsätzlich links gehalten und gegriffen, während
die rechte Hand im Schalltrichter mehr oder weniger ruht. Es
scheint also das ideale Linkshänderinstrument zu sein
- Blockflöten:
Einige Rechtshänder empfinden die linke Hand oben als schwierig,
da der linke Daumen für das Überblasen zuständig
ist und damit entscheidenden Einfluss auf die Tonbildung hat.
Somit könnte man die Blockflöte als geeignetes Linkshänderinstrument
sehen.. Aber andere Linkshänder - empfinden die rechte
Hand unten als die schwierigere aufgrund ihrer Haltefunktion und
den Anforderungen an den kleinen Finger. Eine eindeutige Empfehlung
lässt sich nicht geben, jeder Spieler muss es für sich
selbst herausfinden.
Blockflöten für Linkshänder gibt es im Handel auch
über das Internet (siehe Links).
- Gitarre:
Bei üblicher Spielweise ist die rechte Hand bei der Gitarre
für die Tonbildung und für den Ausdruck zuständig.
Wird das Instrument umgestellt, so kann auch beim Linkshänder
die dominante Hand diese höchst anspruchsvolle Aufgabe übernehmen;
daneben ist sie auch in der Regel die überlegene Hand in
punkto Virtuosität. Wenn Linkshänder auf einer umgestellten
Gitarre spielen, so zeigt sich bei ihnen fast immer ein harmonischerer
Bewegungsablauf, verbunden mit einem insgesamt besseren Körpergefühl.
Dass Linkshänder die Gitarre anders herum spielen,
ist inzwischen anerkannt und relativ weit verbreitet.
Informationen zu Umbau und Unterricht erhalten Sie u.a. bei Leopold
Henneberger, stellvertretender Musikschulleiter und Gitarrenlehrer
an der Musikschule im Zweckverband kommunale
Bildung (Sitz in Grafing/Ebersberg).
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- Hackbrett:
Beim Hackbrett haben beide Hände den gleichen Bewegungsablauf
und die gleichen Anforderungen; es ist also für Rechts- und
Linkshänder gleich gut spielbar.
- Harfe:
Bei der Harfe spielt die linke Hand oft die Begleitung, hat aber
letztlich vielleicht sogar den schwierigeren Part von beiden Händen,
da sie für das Spielen der tiefen Saiten viel Kraft benötigt.
Die Harfe ist ein sehr anspruchsvolles Instrument, das sehr viel
Koordinationsfähigkeit erfordert, aber letztlich für
Rechtshänder und Linkshänder wohl gleich schwer zu spielen
ist.
- Klavier:
Klavierspieler äußern sehr verschiedene Meinungen und
Empfindungen, inwieweit Linkshändigkeit Schwierigkeiten beim
Erlernen und später beim Bewältigen anspruchsvollster
Werke bedeutet. Beide Hände haben den gleichen Bewegungsablauf,
aber es ist wohl meist so, dass die rechte Hand aufgrund ihrer
Lage bei den höheren Tönen die Melodieführung und
damit auch den virtuoseren, diffizileren Part übernimmt.
Je nach Epoche und Musikstil kommt jedoch in der Klavierliteratur
auch der linken Hand eine überaus anspruchsvolle Aufgabe
zu, so dass hier der Linkshänder sogar im Vorteil ist.
Im Anfangsunterricht kann man zumindest methodisch auf einen Linkshänder
eingehen, indem man die linke Hand auch in den Melodieverlauf
mit einbezieht, beide Hände also gleichberechtigt behandelt.
Beim Klavier
ist ein Umbau im Lehr- und Konzertbetrieb fast nicht praktikabel.
Es gibt allerdings einen Pianisten und Pädagogen, der sich
einen speziellen Linkshänderflügel hat bauen lassen
und Klavier anders herum unterrichtet. (Links)
- Schlagzeug:
Das Schlagzeug ist normalerweise so aufgebaut, dass die rechte
Hand die Führung hat. Es lässt sich relativ problemlos
auch anders herum aufbauen, was einige Lehrer für ihre linkshändigen
Schüler tun. Die rhythmische Koordination ist für den
Linkshänder so auf jeden Fall leichter.
- Streichinstrumente:
Wie bei der Gitarre gibt es bei den Streichinstrumenten eine Führungshand
die Bogenhand die für Tonbildung und Ausdruck
zuständig ist. Wenn ein Linkshänder auf einer umgestellten
Geige oder Cello spielt, also den Bogen in der linken Hand hat,
so zeigt sich fast immer ein harmonischerer Bewegungsablauf, der
sich auf Strichführung, Virtuosität und musikalischen
Ausdruck auswirkt.
Es gibt immer mehr Lehrer, die bereit sind, Schüler anders
herum zu unterrichten, und so ist zu hoffen, dass auch in nicht
allzu ferner Zeit die Orchesterkonventionen sich lockern.
Streichinstrumente
(besonders Geigen und Celli für Schüler) können
problemlos umgestellt werden. Es ist kein besonderer Kostenaufwand,
Schülerinstrumente können sogar leihweise erworben
werden. (Beratung und Instrumente gibt es z.B. bei Geigenbaumeister
Robert Eibl, München, Tel.: 089/4488721)
Wichtige Informationen zum Thema Streichinstrumente
und Linkshändigkeit finden Sie auch unter den Links.
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